Ich höre das Entsetzen förmlich, das Raunen, während ihr den Text lest.
<SCHNAPPATMUNG >…

Hhhhhhh, wie kann sie nur…

Weihnachten (und der verordnete, unmittelbar damit verknüpfte Zwang, etwas zu verschenken) beschäftigt mich
spätestens seit ich Kinder habe.
Aber auch schon die Jahre zuvor, hab ich mich immer gefragt, warum feiern wir das Ganze nicht einfach eine Woche später oder früher?
Ich meine, wer will denn da kleinlich werden? Das ist über 2000 Jahre her, wer weiß, ob sich da nicht ohnehin irgendeiner verrechnet hat?
<Ich meine, wir haben jahrelang Spinat in uns reingestopft, weil der ach sooo viel Eisen hat. Ein Berechnungsfehler, wie sich herausstelle.

Was meint ihr, wie lange das dauert bis das aus den Köpfen wieder raus ist?>

Erinnert ihr Euch an das gute, alte Spiel „Flüsterpost“? Vorne Esel reingeflüstert, hinten Fahrrad rausgepurzelt? Könnte so gewesen sein… Wäre durchaus möglich, dass die Geburt Jesu nur so um den 24. herum stattgefunden hat.

Im Ernst. Die Tage vor Weihnachten fühlen sich für mich an wie: „die Sau durchs Dorf treiben“. Und ich bin in dem Fall die Sau.

Was ein Stress.

Hier was besorgen, jenes organisieren, das kochen oder backen… egal wo ich auftauche, muss ich mich schämen, weil mir jemand was nettes in die Hand drückt und ich nichts dabei habe.

Unbedingt dran denken, den Uronkelcousin (gibt es das überhaupt?)
3. Grades anzurufen und „schöne Feiertage“ zu wünschen, weil wenn ich es nicht tue, ist er und noch ein paar andere mir völlig unbekannt Personen bis Ostern beleidigt.

Zugegeben, ich bin im Grundsatz kein religiöser Mensch. Im Bayern der 80iger Jahre ein „bedauerlicherweise Einzelschicksal“.
Taufe, Kommunion, Konfirmation, das waren immer die anderen. Klar hätte ich auch gerne so ein weisses Kleidchen gehabt, war aber nun mal nicht vorgesehen. Ich wäre gerne mitgegangen mit meinen Freundinnen zur Bibelstunde, auch das, nicht vorgesehen. Also war ich ausgeschlossen, nix neues.

Konnt ich nix positives dran finden…

Das Anbeten eines Holzkreuzes, das über der Tür hängt im Schulunterricht, war für mich stets etwas befremdliches. Ich hab mich immer gefragt, warum tut man sich das an? Freiwillig diesen Mann anzusehen, der da oben ans Kreuz getackert wurde. Das schien mir schon immer eine unnötig zur Schau gestellte Grausamkeit. Das Blut und die Nägel mitten durch die Füße und die Hände. Schlicht und ergreifend unschön.
Warum schaut man sich sowas freiwillig an? Hat sich mir bis heute nicht erschlossen.

Wenn dieser Mann dieses Schicksal erdulden musste, tut mir das entsetzlich leid für ihn, aber ich schau mir ja auch nicht jeden Tag, sagen wir mal, „geköpfte Hühner“ oder sowas an. Für mich als Kind war das unverständlich.

Religionsunterricht hatte ich nicht, ich durfte nicht teilnehmen. Vielleicht hätte ich es dann besser verstanden, wer weiß das schon?

Mir ist die Geburt Jesu genauso wichtig oder unwichtig, wie die Geburt eines jeden anderen Kindes auch. Es tut mir fast leid, daß ich das so sagen muss.
Natürlich bin ich mir der Bedeutung von Geboten, Nächstenliebe und gesellschaftlichen Werten bewußt und halte diese hoch, das versteht sich von selbst.
Aber um den Bogen zu kriegen, muss ich deswegen wie eine Irre bei Amazon oder sonst wo Dinge bestelle, die ich an Heilig Abend genauso wenig dringend brauche wie das Wochenende zuvor oder das Wochenende danach.
Muß ich ausgerechnet vor Weihnachten panisch losrennen und „irgendwas kaufen, was der andere mutmaßlich brauchen kann“?
Manche sagen jetzt, klar, Du bist einfach nur ein Sparbrötchen. Wäre eine Möglichkeit, ich tendiere aber eher zu „warum nicht mal was anderes versuchen“. Und so habe ich dieses Jahr keine Geschenke gekauft, keine Plätzchen verteilt oder panisch gebastelt. Was da ist, ist da, was nicht, nicht.

Ich für meinen Teil wünsche mir nur Zeit,

Zeit, Texte für Euch zu schreiben
Zeit, meine Ideen zu verwirklichen
Zeit zu realisieren, dass das Feedback das ich bekomme, ehrlich und wundervoll ist
und
Zeit zu genießen, was ich geschafft und geschaffen habe.

Ich weiß nicht mehr wer es mir neulich gesagt hat, aber das einzige was unwiederbringlich verloren ist, ist Zeit.
Wie wahr.

Daher werde ich meine nicht mehr vergeuden und meine Träume leben. Wie mein Weihnachten so verlaufen ist, erzähle ich Euch, wenn ihr mögt () beim nächsten Mal.

Eure Sally

Hhhhhh, wie kann sie nur?

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