… ähm, ich hab da so ne „Kiste“.

In dieser Kiste sammle ich Socken, die auf ihren Partner warten. Da kommt bei 4 Leuten ganz schön was zusammen.

Wenn es mich lange genug morgens genervt hat, im morgendlichen Chaos Socken in der Kiste zu suchen, dann nehme ich mir ein Glas Rotwein, ziehe mich ins Schlafzimmer zurück und „spiele“ Sockenmemory.

Da ich wochenlang Anlauf nehme, befinden sich in dieser Kiste ungefähr 327 Socken, aller Couleur.

Gefühlt spielen sich bei uns echte Dramen ab. Socken die wochen-, manchmal monatelang ihren Partner nicht finden.

Gut, daß denen keiner sagt, daß ich ab und zu mal welche wegschmeiße. 🤷🏽‍♂️

Manchmal stell ich mir vor, wie sie auf „sockisch“, (einer Frequenz im Ultraschall Bereich) quer durchs Haus kreischen: „Marvin, wooooo bist Du?“… „Ich bin hier, Inge, werden wir uns je wiedersehen?“.

Ich nehme also ein Glas Rotwein, mache mir Musik an und beginne mit dem Ritual.

Zugegeben ich persönlich finde, dass zwischen Kindern, Beruf, Alltagsorganisation, Arztbesuchen und dem Haus, momentan sehr wenig Zeit bleibt, einfach mal das zu tun, was man so schön „die Seele baumeln lassen“ nennt.

Beim Sockenmemory geht das. Das hat was Meditatives. Weniges ist so sinnlos und so sinnvoll zugleich.

Für mich, in der Rolle, in der ich mich befinde, als Mensch, sind Momente, in denen ich einfach nur ICH bin, rar gesät.

Momente in denen ich nur ich selbst bin, nicht Mutter, nicht Partnerin, nicht Mitarbeiterin, nicht Tochter oder Enkelin, einfach nur ich.

Momente, in denen ich einfach „nichts“ mache, ausser meinen Gedanken nachzuhängen.

An solchen Tagen höre ich z. B. Gentleman mit „Heut hab ich Zeit“.

Ich bewundere Menschen zutiefst, die in der Lage sind, Emotionen in Töne zu fassen. Dieses Lied trifft meine Emotion und mein Bedürfnis aufs Empfindlichste.

Sich einfach mal Zeit für sich nehmen.

Sich entschleunigen, nicht alles im Laufschrift erledigen.

Dieses Lied, ein Glas Rotwein und Sockenmemory, fühlt sich fast an, wie ein kleiner Kurzurlaub.

Und was kommt dabei raus?

Ein Text über das Sortieren von Socken an einem Sonntag Abend.

Sinnlos und sinnvoll zugleich.

Eure Sally

Sockenmemory oder…

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