Richtig in den Sand gesetzt, abgekackt oder anders ausgedrückt, AUF GANZER LINIE GESCHEITERT.
Das ist das „Motto“ oder vielleicht eher das Credo einer Veranstaltung, der ich neulich beiwohnen durfte.
Aber von vorne, mein Abend bei der #FuckUp Night.

Schau Dir das mal, das ist genau das Richtige für Dich, forderte mich vor ein paar Monaten ein ganz besonderer Mensch auf.
Gesagt, getan.
Zu diesem Abend sind Persönlichkeiten eingeladen, die in ihrem Leben an dem ein oder anderen Punkt, aber mal so richtig(!) auf die Nase gefallen sind.
Und damit meine ich jetzt nicht, da ist mal was blöd gelaufen, weil einer den Bus verpasst hat, nein, #Firmenpleiten oder #Lebensträume, die zerplatzen sind gemeint.
Das Blöde an unserer Gesellschaft ist, dass das #Versagen an sich, als etwas absolut Negatives angesehen wird.
Und wenn man es nicht vermeiden kann, dann sollte man es doch bitte wenigstens für sich behalten.
Klar keiner scheitert gerne, aber ist es nicht der Umgang damit, der uns „GROSS“ sein lässt?
Ist es nicht ein Leichtes sich hinzustellen und über die eigenen Erfolge zu sprechen? Sich selbst auf die Schulter zu klopfen und zu berichten, wo man, wann und wie (vermeintlich) gut angekommen ist?
Mir nötigt es einen heiden Respekt ab, wenn sich jemand offen hinstellen und von sich behaupten kann: „Ich hielt es für eine richtig gute Idee, hab alles gegeben und bin am Ende so richtig damit Baden gegangen!“ kleine Portion Humor dazu, noch bißchen Eigenironie und ich ziehe meinen Hut.
CHAPEAU!
Menschen, von denen man wirklich was lernen kann, sind in der Lage offen über das eigene Versagen zu sprechen. Das Erlebte zu reflektieren und gestärkt aus der Niederlage hervorzugehen, ist besonders.
Der für mich beeindruckendste Redner des Abends, ließ uns an einer Reise durch sein bewegtes Leben teilhaben, das irgendwann so unerträglich schien, daß er das eigene Ende schon geplant hatte.
Und wer hatte es hier gepostet? @MarionLeonhardt. Ganz nach dem Motto : „Wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“ (oder in seinem Fall, kommt von irgendwo ein Engel her…) hat das Leben auf wundersame Weise eine unerwartete Wendung genommen.
Eine sehr beeindruckende und einprägsame Persönlichkeit, wie ich finde.
Weitere Redner sollten folgen und auch wenn ich hier jetzt nicht auf jeden einzelnen eingehen möchte ist mir doch aufgefallen, dass fast alle EIN Fazit gemeinsam hatten.
Wenn es dir dreckig geht und du sprichst mit anderen Menschen darüber, findet sich oft ein Weg… öffnet sich eine Tür und es geht weiter, nicht selten in eine unerwartete, neue Richtung.
Und so empfinde ich persönlich es als geradezu lustige Wendung, dass ich am Ort meiner größten „Niederlage“, dem Hörsaal einer Universität, zuhören durfte, wie andere ihr Scheitern „bearbeiten“, indem sie mir davon berichten.
Oft hab ich damit gehadert, dass ich schlicht und ergreifend nicht schlau genug war, mein Studium erfolgreich abzuschließen. Damit offen und ehrlich umzugehen, nimmt einem die Last von der Seele, die das eigene Scheitern unweigerlich bei einem selbst verursacht.
Und wer weiß das schon, vielleicht stehe ich eines Tages vor all diesen Leuten, und berichte davon, wie mein Traum meine Berufung zu leben und davon zu leben, zerplatzen ist.
Wenn dann andere über mich denken, welch Inspiration, welch kraftvoller Mensch, wahre Größe zeigt sich in der Niederlage, dann war es nicht umsonst, daß ich es versucht habe.

Eure Sally

FuckUp Night – ist das cool, oder was?

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