Mit einem gewissen zeitlichen Abstand, wird mir rückblickend klar, dass ich gar nichts und zwar überhaupt nichts über mich ( Stärken, Schwächen, berufliche Möglichkeiten…) wusste,

als ich aus der Schule kam.

Ich war ein überfordertes Wesen, das mit einem Stück Papier in der Hand aus dem Paradies geschubst wurde…
In meinem persönlichen Alptraum fand ich mich vor dem Tor der Schule wieder. Wieder rein gehen? Unmöglich.

Da stand ich also mit einem Köfferchen in der Hand.

Vor mir lag mein Leben, meine Zukunft.

In dem Köfferchen befand sich das, was mir die Schule an Werkzeug mitgegeben hatte…

Sollte ich einen Blick hinein wagen? Ich öffnete einen Spalt und eine mühevoll, halbfertig diskutierte Kurve lugte hervor. Weiter unten andeutungsweise Reste eines Periodensystems, das für mich nie mehr gewesen war als ein unzusammenhängendes Wirr Warr an Zahlen und Buchstaben, die jemand an eine Wand getackert hatte. Vereinzelt flogen – immerhin – ein paar Brocken Englisch und Französisch drin herum.

Ein paar Gesteinsschichten tiefer schimmerte das Gelb eines Reclam Heftes durch – der wahre Sinn des Inhalts war mir bis zuletzt verborgen geblieben.
Als mir das Blau eines Zettels ins Auge stach – ein Verweis, ausgestellt wegen, „wörtlich: ungebremster Schwatzhaftigkeit“, schließe ich das Köfferchen angewidert.

Die nackte Angst macht sich breit.

Solange ich in die Schule gehen konnte, war für mich die Welt in Ordnung gewesen. Mit mittelmäßigem Aufwand (außer Mathe) mannigfaltiges Erleben.
Alles gut!

Aber eh ich ’s mich versah, war der Spaß vorbei.
Eine Entscheidung stand an, wie sollte es weitergehen?
Leider waren meine Sinne vernebelt, im zarten Alter von 19 hat mich nämlich genau eine Sache interessiert.

Das männliche Wesen.

Ein ernsthaftes Problem, wenn es plötzlich heisst:

<eine ernst klingende Stimme aus dem Off erklingt >

Entscheide jetzt…

Wähle Tor 1…

Studiere das was dir im Ansatz entspricht (z. B. Soziologie) und reihe dich im Anschluß direkt in die Schlange beim Arbeitsamt ein. Die Schuldenmacherei kannst du dir sparen und gleich mit dem Taxi fahren beginnen (in meiner Zeit das Synonym für Studierende von „brotloser Kunst“ ).

oder
Tor 2:
Mache eine Berufsausbildung. Gewöhne Dich sogleich an den Gedanken, dass Du ein Looser bist, in den der Staat umsonst weitere 3 Jahre Bildung investiert hat. Du hättest auch gleich nach der 10. ten Klasse den Aufzug Richtung „sozialem Abgrund“ nehmen können.

oder
Tor 3:

Werde Arzt oder Jurist, ob Du dafür geeignet bist oder nicht spielt keine Rolle. (schlucke den Brechreiz den Du bei dem Gedanken an aufgeschnitte Leichen oder aufgeklappte Gesetzbücher verspürst, hinunter).
Aber eins ist gewiss, krank oder streitlustig sind die Leute immer.

So waren also meine Aussichten…

https://youtu.be/ER9bo0UR440
(meine Generation kennt dieses Geräusch) 😉

Verdammt, ich steckte in der Klemme.

Wer nicht wählen konnte oder die Zeit verstreichen ließ, folgte wie ein Lemming der Masse in den Studiengang „der alle Wege offen hält“ – BWL 🤢.

Ich merkte schnell, dass sich das Studium des Lebens 😉 und das Studium der BWL 🤢 nicht sehr gut vertragen wollten… Und während im Mathe Repititorium „95% Erfolgsquote garantiert wurde, sonst Geld zurück“, kam ich als einzige tatsächlich in die Verlegenheit mich damit befassen zu müssen, wie ich den Betrag ein zweites Mal ausgeben würde…

Ein Plan B 👍musste her… Wollt ihr wissen welcher das war?

Sally

Geh aufs Ganze, wähle Tor 1… 

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