der Rubrik SallyS WohnWelt…

… ein guter Freund von mir, hat mir neulich von sowas erzählt. Die gibt es als „Mud Edition“ oder auch als „Water Edition“. Das sind so Läufe vom Typ „nur die Harten kommen in den Garten?“

Nix für mich, muss ich zugeben.

Folglich hab ich sowas noch nie gemacht. Wie schon immer, hab ich aber eine lebhafte Fantasie und stelle mir das in etwa so vor. Nach monatelangem harten Training, stehe ich am Start.

Kurz bevor es losgeht, gucke ich nach links und nach rechts. Neben mir verbissene Gesichter, schwarze Kriegsbemalung, finstere Gesellen. Ich spüre, die meinen es ERNST.

Hochmotiviert spurtest ich los, bei der ersten Steilwand reiße ich – noch kräftig und zuversichtlich – das Seil an mich und wuchte mich hoch. Oben angekommen springe ich runter und lande in einem kalten, matschigen Loch.
Für mich könnte der Lauf jetzt schon zu Ende sein.

Nachdem ich mich mühsam aufgerappelt hab, renn ich weiter. Andere Teilnehmer ziehen an mir vorbei. Eine joggt locker lächelnd, scheinbar mühelos an mir vorbei und nickt mir aufmunternd zu. Ein Gutmensch. Wie schön.
Obwohl wir beide gerade mit dem Gesicht in einer Mischung aus Kuhfladen und Mutterboden gelegen haben, sieht die Tussi unverschämt gut aus. Insgeheim wünsche ich ihr die Pest an den Hals.
Mit einem Anflug von Bedauern wünsche ich mir ich hätte dem inneren Schweinehund heute morgen eine Chance gegeben. Ich hetze weiter.

Im nächsten Moment sehe ich mich durch eine eiskalten Drecklache schwimmen und frage mich, was ich da eigentlich gerade mache. Eins nehme ich nämlich ganz sicher von dieser Veranstaltung mit und das ist eine Blasenentzündung.

Aber ich will nicht AUFGEBEN! Ich will es schaffen! Irgendwie überstehe ich die Hindernisse und die Distanz, renne am Ende entkräftet aber glücklich – scheinbar wie von selbst eine Senkrechte hoch (- by the way freue ich mich über die Hand der Gutaussehenden, die mich das letzte Stück nach oben zieht )Die hat nämlich noch Kraft übrig. Gott sei Dank hat das mit der Pest nicht funktioniert- ).

Jetzt noch einmal einen 25 Meter tiefen Abgrund runterhüpfen und ich bin im ZIEL.

Ein großartiges Gefühl!

So in etwa haben sich die 8 Jahre, zwischen dem Moment in dem der Wunsch nach dem Anbau das erste mal aufkam und dem Spatenstich, angefühlt.

Da wir ein denkmalgeschützes Häuschen haben, stehen uns 10 kostenfreie Beratungsstunden bei einem Stadtteilarchitekten zu. Als erste Anlaufstelle für „Halbwahnsinnige“, die das Projekt in Erwägung ziehen. Rückblickend betrachtet, ist der Typ sicherlich eingestellt worden um einen, in jedem Fall, von diesem Vorgaben abzubringen.

Nach diesen 10 Stunden steckt man auf jeden Fall tief im Schlamm fest. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass man sich von der Beratung nicht abschrecken lässt, beginnt die lange Suche nach dem tatsächlich Ausführenden.

Die größte Herausforderung.

Wie zur Hölle soll man jemanden finden, dem man erhebliche Geldsummen anvertraut, damit er einem bei einem Projekt zur Seite steht, was die meisten genau einmal in ihrem Leben machen. Falls dieser nahezu utopische Fall eintritt, beginnt das Tal der Tränen oder das Schwimmen durch eine kalte Drecklache. Mit letzter Kraft wühlt man sich durch seitenweise Formulare, Verordnungen, Briefe, Anträge die man lesen, verstehen, unterschreiben, beachten, aufbewahren und einreichen muss. Jetzt heisst es durchhalten, die Umsetzung kann beginnen.
Nur wenn man jetzt jemanden hat, der noch Kraft hat, schafft man es, das alles durchzustehen.

Aber am Ende, wenn das Ziel zum Greifen nah ist, man alle Hindernisse überwunden hat, dann ist man einfach nur stolz!

Nächste Woche gibt es ein Video über die ersten Schritte der Realisierung…

Sally

Kennt ihr Hindernisläufe? Teil 4…

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