Ich hatte mir vorgenommen, über das Thema was mich im neuen Jahr als erstes beschäftigt, etwas zu schreiben, egal was es ist. Wer hätte ahnen können, daß es so etwas „banales“ wie Haare sein würden.

Meine Haare. Im wahrsten Sinne des Wortes eine „haarige Angelegenheit“.
Hm, ich persönlich konnte nie ein besonders inniges Verhältnis zu meinen Haaren aufbauen. Für mich standen sie  immer nur mit Kämmen in Verbindung, die an meiner Kopfhaut rissen und rupften. Sie waren schlichtweg störrisch und widerborstig im Umgang. Sie blieben grundsätzlich niemals in der Position in die man sie kämmen wollte.
Dazu kam, daß sie mir immer mal Aufmerksamkeiten bescherten, die ich sagen wir mal, skuril fand. Es kamen immer mal fremde Menschen auf mich zu, die „mal reinfassen“ wollten. Bei Freunden ist das ja ok, aber bei Fremden?
Komischer Gedanke, daß ich zu jemandem gehe und frage: „darf ich Dir mal durchs Haupthaar wuscheln?“
Ich erinnere mich noch gut, dass ich als Kind immer mal besonders hartnäckige „Hexerl“ in den Haaren hatte. Da hat meine Mutter mich auch mal ungekämmt in die Schule geschickt, weil sie keinen Nerv mehr hatte. Zusammenbinden, ein Knoten. Den Unterschied hat eh keiner gesehen.
Besonders gut in Erinnerung ist mir auch noch der Trend zum „Pony“, Ende der 80iger. Den wollt ich unbedingt mitmachen! Alle hatten einen. 
Meine Mutter hatte mich eindrücklich gewarnt, es werde nicht so aussehen, wie ich mir das vorstellen würde. Ich wollte es trotzdem. Also setzte sie die Schere an.

Man braucht nicht viel Fantasie, sich die Enttäuschung, besser formuliert das Entsetzen vorzustellen, das ich beim Blick in den Spiegel verspürte. Vor meinem inneren Auge hatte ich Haare gesehen die  lässig, locker in die Stirn fallen. Geworden ist es ein widerspenstiges Haarbüschel, was ein wenig an einen Heiligenschein erinnerte und unbeeindruckt nach oben ragte. Gefühlt war die einzige Wahl, die mir jetzt noch blieb, die zwischen Jutebeutel oder Papiertüte ( zum über den Kopf ziehen).

Das Prinzip, wer nicht hören will muss fühlen, hat sich bei mir eindrucksvoll manifestiert.

Unvergessen auch ein paar Jahre später als mir ein – sagen wir, extrem interessantes Exemplar an jungem Mann – riet: „lass Dir doch seitlich 2 Streifen blondieren“.
Ab dem Zeitpunkt bin ich mit Rallye Streifen am Kopf rumgelaufen. Und weil die Haare vom blondieren so kaputt waren, sind sie eins nach dem anderen abgebrochen. Haar für Haar habe ich das mit Sorge beobachtet. Bis die Haare an beiden Seiten nur noch so lang waren wie bei anderen der Pony.

Ein Trost blieb mir, immerhin hatte der Heiligenschein jetzt die richtige Farbe.

Von dem Zeitpunkt an hab ich von grossen Haarexperimenten Abstand genommen.
Wobei, stimmt nicht ganz.

Waschen, durchkämmen, fönen und verliebt mit den Fingern durchfahren. Das war meine Vorstellung. Wer mich kennt weiss ich verfolge meine Wünsche mit sagen wir mal „geduldiger Hartnäckigkeit“. Zwischendrin habe ich die ein oder andere Erfahrung beim Glätten meiner Haare gemacht. Mein persönlicher Lebenstraum, ich wollte schon immer glatte Haare haben. Und zwar ohne stundenlang föhnen und dann ist beim ersten Regenguss alles wie zuvor.
Auf der Suche nach einer Lösung hatte ich mal wieder so eine Phase, in der ich mein Anliegen vorantreiben wollte. In der Nachbarschaft hatte ein neuer Friseur aufgemacht… Er bot „Glätten“ mit dem damals einzig bekannten Veerfahren, dem „hair relaxer“ an.

Einschub: Für die, die jetzt nicht wissen wovon ich spreche. Habt ihr den Film Malcolm X gesehen? Das alkalihaltige Teufelzeug auf Basis von „ammonium thioglycolate“ kann beim kleinsten Fehler  so dermaßen auf der Kopfhaut brennen, dass man seinen Kopf freiwillig in eine Kloschüssel hängt, um es wieder loszuwerden. Das gemeine ist nur, das hilft gar nix. Man braucht das „Gegenmittel“, in Form eines Spezialshampoos. Damit waschen und das mal mindestens 3x, dann beginnt der Schmerz nachzulassen. Man kennt sich also besser ein wenig damit aus.

Er kannte sich nicht damit aus…

Gibt es ein Happy End?

👍🏽für Teil 2 der Geschichte.
Sally

Meine Haare oder auch eine „haarige“ Angelegenheit

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